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Erfolgreich als Chef

Carola Aßmann , Eigentümerin der Apotheke Alte Wache in Oldenburg

Foto: Privat

Professionelle Beratungsstandards definieren

Für Carola Aßmann ist es immer wieder eine Herausforderung, neue Ideen zu entwickeln. Als selbstständige Apothekerin definiert sie ihre Beratungsstandards und setzt sich täglich für die Gesundheit der Patienten ein. „Als Chefin bin ich froh, diese nicht mit einem Vorgesetzten abklären zu müssen. Ich brauche den persönlichen Gestaltungsspielraum, um meine Apotheke nach den Kriterien, die ich für wichtig und richtig halte, auf- und umzubauen. Ich bilde mich stetig weiter und prüfe mit dem neuen Wissen meine Beratungsqualität. Da gibt es immer etwas zu optimieren. Ich bin sehr selbstkritisch. Die Arbeit mit dem Patienten ist wie eine Entdeckungsreise, die nie aufhört.“

Carola Aßmann leitet die Apotheke „Alte Wache“ in Oldenburg. Nach ihrer ersten beruflichen Station als Pharmazeutin im Praktikum in einer Hamburger Apotheke und einigen Zwischenstationen in weiteren Apotheken in Hamburg und Niedersachsen wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit und übernahm 1998 die Engel-Apotheke in Oldenburg. 2010 wurde die Engel-Apotheke mit der Apotheke im Gesundheitszentrum „Alte Wache“ zusammengelegt.

Aßmann hat im Umgang mit ihren Patienten große Freude. „Die Apotheke“, so betont sie, „ist für mich ein Ort der Begegnung.“ Als Heilberuflerin liegt es ihr am Herzen, ihren Patienten zu helfen. „Eine kompetente und unabhängige Beratung hat für mich immer oberste Priorität. Als Apotheker tragen wir eine große Mitverantwortung, dass eine Medikamententherapie auch erfolgreich ist. Wir können unsere Patienten zum Durchhalten ermuntern, ihnen Tipps bei der Handhabung geben und auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen.“

Gesundheitszentrum mit Ärzten

Die Apotheke von Carola Aßmann liegt in einem Ärztehaus. Dieses hat Aßmann 2008 mit einigen, der in dem Stadtteil ansässigen Ärzten etabliert. „Für eine kompetente Arzneimittelversorgung meiner Patienten brauche ich die gute Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten – die Basis dafür haben wir mit diesem gemeinsamen Haus geschaffen“, erklärt Aßmann. Im Gesundheitszentrum „Alte Wache“ sind die Fachrichtungen Innere Medizin, Gynäkologie, Zahnheilkunde, Orthopädie und Kinderheilkunde vertreten.

Medikationsmanagement „auf Augenhöhe“ mit Ärzten

„Da wir ‚Tür an Tür‘ mit den Ärzten und medizinischen Fachangestellten arbeiten, hat sich mittlerweile eine exzellente Zusammenarbeit im Sinne des Patienten und für eine hohe Arzneimitteltherapiesicherheit entwickelt.“ Wenn die Apotheker Fragen oder Anmerkungen zu Rezepten haben, Unstimmigkeiten im Medikationsplan auffallen oder sie unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Gespräch mit den Patienten feststellen, sind es nur ein paar Schritte zu den ärztlichen Fachkollegen. In der „Alten Wache“ wird ein Medikationsmanagement auf „Augenhöhe“ mit den Ärzten gelebt.

Viele Stammpatienten

Aufgrund der vielen Fachärzte im Ärztehaus kommen Patienten aus allen Stadtteilen Oldenburgs, aber auch aus der weiteren Umgebung in die Apotheke. Der Bekanntheitsgrad ist durch das Gesundheitszentrum und die gute Zusammenarbeit mit den Ärzten immer weiter gewachsen: Eltern oder Großeltern, die mit ihren Kindern beziehungsweise Enkeln hier zum Kinderarzt gehen, bringen bei der Gelegenheit Verordnungen für sich selbst mit. Dass Aßmann sich jeden Tag für ihre Patienten einsetzt, das weiß man in Oldenburg: Die Apotheke „Alte Wache“ hat daher viele Stammpatienten.

Herausforderung Teambildung

Der Erfolg gibt Aßmann Recht. Innerhalb weniger Jahre konnte sie ihre Mitarbeiterzahl vergrößern. So beschäftigt sie aktuell zwei Apothekerinnen, sechs PTA und eine PKA. In der Regel werden auch eine PTA-Praktikantin oder ein Pharmazeut im Praktikum in ihrem praktischen Jahr ausgebildet.

In ihrer Rolle als Arbeitgeberin muss sich die Apothekerin immer wieder der Herausforderung stellen, ein produktives Team zu bilden, in dem sich jeder gut aufgehoben fühlt. Die Mitarbeiter haben schließlich unterschiedliche Ausbildungsschwerpunkte und Neigungen, die richtig eingesetzt werden müssen. Das Team muss so geführt werden, dass jeder seine Stärken einbringen kann. Wichtig ist Aßmann, dass alle Mitarbeiter die Bereitschaft haben, wissenschaftlich zu arbeiten und sich in das ein oder andere Thema „hineinzuknien“. Auch die soziale und kommunikative Kompetenz spielt bei der Auswahl der Mitarbeiter eine große Rolle.

Apothekerin und Mutter

Carola Aßmann ist Mutter von zwei Kindern. Als Apothekeninhaberin kann sie ihre Arbeitszeit selbst einteilen und es bleibt immer ausreichend Zeit für ihre Familie. Manche Dinge können auch mal von zu Hause aus erledigt werden.

Berufspolitisch engagiert

Neben der Arbeit in der Apotheke engagiert sich Aßmann in verschiedenen beruflich orientierten Ehrenämtern. Sie ist nicht nur Ausbildungsberaterin und Mitglied im Prüfungsausschuss für die PKA in Oldenburg, sondern auch Mitglied in der Kammerversammlung der Apothekerkammer Niedersachsen sowie Delegierte für den Landesapothekerverband Niedersachsen für den Bezirk Weser-Ems.“ Berufspolitisch mitzuwirken und auch für die Ausbildung der Berufe in Apotheken Sorge zu tragen, ist für Carola Aßmann eine Selbstverständlichkeit. „Als Apothekerin schätze ich das unabhängige Arbeiten. Es macht mir großen Spaß, jeden Tag aufs Neue in meiner Apotheke für die Patienten da zu sein.“

„Ich kann meine Zeit einteilen“

Foto: Privat