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Erfolgreich im Job

Dr. Daphny Kaminski (rechts) in der Apotheke Hohenhameln

Foto: Privat

Beraterin, Seelentrösterin, Managerin

„Die Arbeit als angestellte Apothekerin in einer Apotheke auf dem Lande ist für mich ein Glücksfall. Es ist spannend und abwechslungsreich. Ich bin Beraterin, Seelentrösterin, Managerin, Therapiebegleiterin und Organisations- und Improvisationstalent. Vor allem die Bindung zu den Patienten ist mir wichtig. Unsere Patienten kommen mit ihren Rezepten extra zu uns, da sie wissen, dass wir auch immer abfragen, welche Medikamente zusätzlich noch eingenommen werden und dann prüfen, ob die neue Medikation dazu passt. Wir sind in unserer Landapotheke den Patienten sehr nah. Wir kennen unsere Patienten häufig lange und nehmen uns Zeit für Gespräche.“

Daphny Kaminski arbeitet als angestellte Apothekerin in der Landapotheke Hohenhameln. Sie hat für ihre Patienten immer ein offenes Ohr, auch für die nicht pharmazeutischen Belange, denn der persönliche Austausch kann sehr viel zum Patientenwohl beitragen. „Als Apothekerin in der öffentlichen Apotheke berate ich nah am Patienten. Ich erfahre viel Privates und freue mich mit den Patienten, wenn zum Beispiel Zwillinge nach einer lang ersehnten Schwangerschaft geboren werden.“

Von Mensch zu Mensch: Immer ein offenes Ohr für Patienten und Mitarbeiter

Es gibt auch traurige Schicksale. „Vor einiger Zeit begleiteten wir einen jungen Mann Anfang 30, Vater einer kleinen Tochter, der unheilbar krank war und leider verstarb. Das hat mich sehr berührt.“ Wer wie Kaminski in einer Apotheke auf dem Land arbeitet, ist viel mehr als „nur“ die Apothekerin. „Bei uns wird die persönliche Bindung zu den Patienten intensiv gepflegt“, betont sie. Ich bin aber nicht nur für meine Patienten Ansprechpartnerin in allen Lebenslagen, als Führungskraft nehme ich mir auch die Zeit, mit den Kollegen pharmazeutische Themen ausführlich zu diskutieren. Das bringt uns alle weiter!“

Von der Großstadt aufs Land

Daphny Kaminski weiß dabei genau, wovon sie spricht, wenn sie ihre Vergleiche zu Apotheken in der Stadt oder zu Arbeitsplätzen in der Industrie zieht. So war sie als Pharmazeutin im Praktikum ein halbes Jahr in der pharmazeutischen Industrie in der Qualitätssicherung tätig. Während ihrer rund dreieinhalbjährigen Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie stundenweise als Urlaubsvertretung in verschiedenen Apotheken angestellt.

Gegen Ende ihrer Promotionszeit arbeitete sie in einer Apotheke, die wegen ihrer Nähe zum Bahnhof vor allem durch einen regen Durchreiseverkehr geprägt war. Sicherlich gab es auch Stammkunden, aber der Großteil war naturgemäß Pendler, die wenig Zeit hatten. Somit beschränkte sich die Beratung in der Regel nur auf das pharmazeutisch Notwendige. „Dadurch konnte ich mich nicht in der Weise verwirklichen, wie ich es mir von meinem Beruf als Apothekerin wünschte. Die intensive Beratung und Therapiebegleitung ist für mich der Teil meiner beruflichen Tätigkeit, der mir am meisten Spaß macht.“

Bei der Recherche in der Datenbank

Foto: Privat

Weiterbildung zum Fachapotheker

„Wenn meine Kinder etwas größer sind, möchte ich die Weiterbildung zur Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie und die Spezialisierung in Pharmazie in der Geriatrie in Angriff nehmen“, sagt sie mit Blick auf ihre berufliche Zukunft. Ein Schritt, den sie jedem Berufsanfänger nahelegt, da der Apotheker sich durch diese Weiterbildung spezialisieren und auf bestimmte Patientengruppen viel besser eingehen kann.

Familie und Beruf: Apothekerinnen werden gesucht

Beim Thema Kinder angekommen, sieht Kaminski einen der größten Vorteile darin, dass sie nicht mehr in der Stadt wohnt und nun in einer Landapotheke arbeitet. Wie viele Mütter hat sie vor allem die Bedürfnisse ihrer Kinder im Blick, wenn sie mit ihrem Mann die Zukunft der Familie plant.

Die Entscheidung aufs Land zu ziehen, haben die beiden vor einigen Jahren bewusst getroffen, um der Hektik der Großstadt zu entfliehen. „Die Entscheidung wurde durch meinen Beruf noch leichter gemacht, da ich wusste, dass ich als Offizin-Apothekerin auch in Teilzeit überall Arbeit finden kann, und dass insbesondere auf dem Land Approbierte dringend gesucht werden.“ Die Teilzeitstelle ist für Daphny Kaminski als junge Mutter eine tolle Möglichkeit, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Ansprechpartner und Vorgesetzte für die PTA

Foto: Privat

Patienten intensiv beraten

Daphny Kaminski arbeitet in der Apotheke in Hohenhameln in einer Führungsposition. Trotzdem haben ihre Kollegen und sie ein nahezu familiäres Verhältnis. Als gut eingespieltes Team ist es ihnen möglich, ihre Patienten intensiv zu beraten. „Kommt zum Beispiel ein Patient über einen langen Zeitraum mit einem starken Husten in die Apotheke und kauft sich immer wieder ein Hustenpräparat, dann hake ich im Gespräch mit dem Patienten nach. Als Apothekerin darf ich zwar nicht diagnostisch tätig sein, ich kann den Patienten jedoch beraten oder den Besuch eines Facharztes empfehlen. Und das mache ich auch, wenn ich es für angebracht halte.“

Alles andere als eintönig

Als approbierte Apothekerin ist Kaminski natürlich nach der Chefin, immer auch Ansprechpartnerin und Vorgesetzte für die PTA. Daher braucht sie im Umgang mit den PTA nicht nur Fingerspitzengefühl und Empathie, sondern auch ein gesundes Maß an Führungsqualitäten. „Ich möchte Mitarbeitern eine Stütze sein, sodass das Team gut zusammenarbeiten kann. Außerdem gehören Rezeptkontrolle, Retaxbearbeitung, Dienstplanerstellung, Schulung des Heimpersonals und Plausibilitätsprüfungen zu meinen Aufgaben. Hier kann ich mein Organisationstalent einbringen. Mein Ziel ist es, dem Patienten gegenüber eine gute und einfühlsame Beraterin zu sein. Der Beruf des Apothekers ist abwechslungsreich und fordert mich immer wieder heraus.“